The Art of Gottfried Helnwein and the Comic Culture
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"Und die Ente ist Mensch geworden"
das zeichnerische Werk von Carl Barks
The Works of Carl Barks
Gottfried Helnwein organized the first retrospective museum exhibition of the works of CARL BARKS.
(In cooperation with Carsten Laqua).
The Show "Die Ente ist Mensch geworden das zeichnerische Werk von Carl Barks" consisted of more than 400 original art works, 290 from the collection of Gottfried Helnwein.
The exhibition was shown from 1994-1998 in the following museums:
Eine Ausstellung ehrt Donald Duck und seinen Zeichner
Der Tagesspiegel
09.02.96
Andreas Austilat
Heute ist Barks 95 und längst im Ruhestand, seine Freunde haben ihn trotzdem nicht vergessen. Zwei von ihnen, das inzwischen auch schon ein bißchen in die Jahre gekommene enfant terrible des Kunstbetriebs Gottfried Helnwein und der Berliner Comic-Kenner Carsten Laqua, haben eine große Donald-Duck-Ausstellung arangiert, die nach sechs deutschen Stationen nun in Berlin gezeigt wird.
Die Ausstellung
Gottfried Helnwein, der Donald zum ersten Mal mit 4 Jahren begegnet ist und dies als seine erste Begegnung mit einer großen Kultur bezeichnet, hatte sich auf die Suche gemacht, den Mann zu finden, dessen Name lange Zeit unbekannt war und den man daher einfach nur den "guten Zeichner" nannte, den Mann, der aus der Ente einen Menschen gemacht hatte.
1984 traf er Carl Barks zum ersten Mal in seinem Haus in den Bergen von Oregon, wo dieser seit langem zurückgezogen lebte. Helnwein arbeitete nach dieser Begegnung daran, Barks und dessen Werk in einer umfassenden Museums Retrospektive zu zeigen. Er hat zahlreiche Arbeiten zusammengetragen und viele Details über die Arbeitsweise dieses Künstlers recherchiert.
Diese Ausstellung sollte veranschaulichen, was für ein grandioser Zeichner und Geschichtenerzähler Barks war und wie er seine Bildersprache entwickelt hat, die Generationen geprägt und inspiriert hat.
Die Austellung umfasste mehr als 400 Exponate, darunter viele Tusche-Seiten, Titelblätter Bleistift und Farbsift Skizzen, Briefe, Texte und den Arbeitstisch von Carl Barks mit seinen Werkzeugen.
Ein eigener Raum war Erika Fuchs, der genialen deutschen Übersetzerin des bark'schen Werkes gewidmet.
"Wer ist Carl Barks?"
Das Buch zur Ausstellung
In einem Gespräch mit Gottfried Helnwein, 1992 in Oregon, erzählt Carl Barks seinen Werdegang, - wann er seine erste Ente gezeichnet hat, und über die Schwierigkeiten, die er in den Disney-Studios bekam, als Donald ein erotisches Abenteuer hatte.
Beiträge des Comicexperten Carsten Laqua, des Disney-Zeichners Ulrich Schröder und des Donald-Forschers Andreas Platthaus analysieren Barksens Kunst des "Storytelling" und die Entwicklung und Wandlung seines Zeichenstils. Aber auch den Einfluß der deutschen Übersetzerin Erika Fuchs, die durch ihre geniale Sprachkreationen ("Schnurrli - was ficht Dich an?", "Schmatz") - das Barksche Werk zu einem neuen Höhepunkt geführt hat.
Aber mehr als an jede theoretische Analyse glaubt Helnwein an das sinnliche Erleben, er läßt vor allem die Bilder selbst sprechen, er holt wichtige Details aus den Geschichten und vergrößert sie, stellt Zusammenhänge her und macht auf viele Aspekte und Einzelheiten in der Arbeit von Carl Barks aufmerksam, die bei oberflächlicher Lektüre der Comics oft übersehen werden. Dieses Buch soll den Blick für die subtilen Qualitäten und Zwischentöne dieses grafischen Werks schärfen - es soll gleichsam eine Schule des Sehens sein. In fast 1000 Abbildungen gelingt es Helnwein meisterhaft zu veranschaulichen, wie der Mythos Entenhausen entstanden ist, und warum man Carl Barks den größten Comic-Zeichner des Jahrhunderts nennt.
Im Laufe der Jahre haben sich die Walt-Disney-Studios zur Heimat für wirklich erstaunliche Talente aus der Welt der Kunst und Unterhaltung entwickelt. Gemessen an jeglichem Standard gehört der "Comic Book King" Carl Barks an die Spitze dieser Liste. Seine Beiträge zu dieser Kunstform sind legendär, und er hat viele Generationen mit seinen originellen Geschichten und seinem einzigartigen künstlerischen Stil beeinflusst und unterhalten. Er hat unzähligen Fans auf der ganzen Welt Vergnügen bereitet und sie in Erstaunen versetzt, indem er sie zu den exotischsten Plätzen führte: vom geheimnisvollen Dschungel bis in den Weltraum- und alles sorgfältig recherchiert und wunderschön wiedergegeben. Er hat unsere Phantasie herausgefordert wie nur wenige vor ihm und nach ihm. Solange ich denken kann, hat Carl Barks in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt. Daher fühle ich mich geehrt, als Gottfried Helnwein mich bat, das Vorwort zu diesem Buch zu schreiben.
Wie viele andere bedeutende Künstler kam Carl Barks in den dreißiger Jahren zu Disney, um mit der Kunst des Zeichentrickfilms zu experimentieren und diese Technik zu ergründen. Dieses aufregende Medium bot ihm eine Fülle von Anregungen; seine Talente wurden durch Walt Disney, seine Kollegen und nicht zuletzt durch die schöpferische Atmosphäre in den Studios gefördert. Mit seinem ihm eigenen Sinn für Geschichten und Charaktere, seinen wunderbaren Humor und seinen künstlerischen Einfällen setzte sich Barks rasch als der beste Geschichtenerzähler für die "Ente" durch und half ihr, die populärste Figur aller Zeiten zu werden. Im Jahre 1942 stürzte Carl sich in das Abenteuer seiner ersten Donald- Bildergeschichte.
Eine noch größere Leistung gelang ihm fünf Jahre später mit der Einführung von Dagobert Duck (Scrooge Mc Duck), der wohlhabendsten, geizigsten und unverschämtesten Ente, die je erdacht wurde. Während der nächsten zwanzig Jahre schrieb und zeichnete Carl Barks die populären Dagobert-Duck-Comics exklusiv. Er erfand eine faszinierende Geschichte nach der anderen über den exzentrischen, weltreisenden "Phantastiliardär", über Donalds drei Neffen, Daniel Drüsentrieb (Gyro Gearloose), die Panzerknackende Bande (Beagle Boys) und andere bedeutende Persönlichkeiten Entenhausens. Einer der Bewunderer des Künstlers, der Filmemacher George Lucas, beschrieb seine Comics als sehr "filmhaft". Sie bewegen sich nicht einfach von Abbildung zu Abbildung, sondern fließen in Szenen, manchmal über mehrere Seiten hinweg."
Ein Aspekt von Barks' künstlerischem Werk, welcher der Öffentlichkeit wenig bekannt ist, sind seine Gemälde. Wir sind deshalb Gottfried Helnwein zu großem Dank verpflichtet, dass er die erste bedeutende Ausstellung von Barks' Kunstwerken und den damit verbundenen Katalog ermöglicht hat. Gottfried Helnwein, selbst ein anerkannter Künstler, hat der Kunstwelt mit diesem Projekt einen großen Dienst erwiesen, indem er über 200 Arbeiten des Künstlers für dieses wirklich bedeutsame Ereignis zusammengestellt hat.
Ich hoffe, dass Sie an den Abbildungen diese Buches Freude haben und neue Einblicke in Carl Barks' Vielseitigkeit und Talente gewinnen. Und natürlich gebührt in erster Linie Carl selbst Dank, weil er dies alles überhaupt möglich gemacht hat.
Der Künstler und bekennende Erpelfan Gottfried Helnwein führte Spandauer durch Donald-Duck-Ausstellung
Berliner Zeitung
11.03.1996
Axel Zawierucha
Helnweins Liebe zum Entenzeichnen entdeckte er schon als Schüler. Heimlich zeichnete er in der Schule immer wieder die Comic-Figuren. Heimlich auch deshalb, weil damals die kleinen Comic-Heftchen als Schundliteratur galten und entsprechend unbeliebt waren. Sein großes Vorbild war damals der berühmteste Zeichner der Disneywerkstatt und Erfinder von Dagobert Duck, Gustav Gans, Daniel Düsentrieb und den Panzerknackern - der Cartoonist Carl Barks.
So einer wie Barks bekommt im Laufe der Jahrzehnte viele Fans. Einer seiner glühendsten Verehrer ist der Top-Maler Gottfried Helnwein. Sein Ziel: Der Kultzeichner soll eine eigene Ausstellung haben. Helnwein trug mit Unterstützung von Sammlern aus aller Welt Skizzen, Originalseiten, -cover und zehn Ölgemälde zusammen. Damit ist Carl Barks der zweite Comiczeichner nach George Remi ("Tim und Struppi"), dem eine Einzelausstellung auf Museumsebene gewidmet wird.
Das Kölner Museum für Angewandte Kunst ehrt Donald Duck und seinen Zeichner Carl Barks
Kölner Stadt-Anzeiger
13.10.95
Daniel Kothenschulte
Überlassen wir es den Gelehrten zu entscheiden, was zuerst da war – die Ente oder das Ei. Der Erpel jedenfalls, der jetzt von Museum für Angewandte Kunst mit einer großen Ausstellung geehrt wird, entsprang ohnehin einem gewöhnlichen Zeichenstift.
Gottfried Helnwein bringt Donald Duck auf Spandaus Zitadelle
Berliner Zeitung
9.2.96
Matthias Kunert
Gottfried Helnwein will endlich ein internationales Comic-Museum, und das könnte sich der berühmte Wiener auch in Spandau vorstellen. Heute beginnt als Vorgeschmack in der Zitadelle die Ausstellung über den Donald-Duck-Zeichner Carl Barks.
Das Zeichnerische und poetische Werk von Carl Barks.
25 March 2007 - 4 November 2007
Karikaturmuseum Krems
Gottfried Helnwein, Kurator
Gottfried Helnwein konzipierte und organisierte die erste Musumsausstellung des künstlerischen Werkes von Carl Barks. Von 1994 bis 1997 wurde die Retrospektive in zehn europäischen Museen gezeigt und von über 400 000 Menschen gesehen. - 2007 stellt er die Ausstellung für das Karikaturmuseum Krems neu zusammen, die nun das erste mal in Österreich gezeigt wird.
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"Donald Duck in den Cartoons wie die Unglücklichen in der Realität erhalten ihre Prügel, damit der Zuschauer sich an die eigenen gewöhnen kann."
Theodor W. Adorno
Ausstellung: Konzept und Organisation: Gottfried Helnwein in Zusammenarbeit mit Carsten Laqua.
Katalog: Konzept, Layout, Texte: Gottfried Helnwein in Zusammenarbeit mit Manfred Deix und Carsten Laqua.
"Ich traf immer wieder Leute, in deren Kindheit der Bark'sche Donald Duck wie ein Meteor aus einem anderen Universum - eingeschlagen ist. Aber jemand, der das nicht selbst so intensiv erlebt hat, kann das wahrscheinlich kaum nachvollziehen..."
"Wenn ich mir ansehe, wieviel Phantasie, Mühe und Fleiss diese Ebenbilder Gottes aufbringen, um Schmerzen zu verursachen, zu zerstören, zu verbrennen, zu zerbrechen, auszurotten, flachzuwalzen, schlechte Architektur und schwachsinnige Musik zu erzeugen, dann habe ich das Gefühl, bei dieser Schöpfung ist etwas schiefgelaufen, da ist etwas in die Hose gegangen.
Wenn ich von den Ebenbildern auf das Original schliessen soll - na Gute Nacht!
Gott sei Dank gibt's Leute, die der Ansicht sind, dieser Mensch sei etwas, das überwunden werden sollte - wie Nietzsche, Buddha oder Walt Disney.
Ich muss gestehen - Ich hätte lieber einen Gott, der wie Donald Duck aussieht, als einen, der aussieht wie wie Adolf Hitler."
Gottfried Helnwein
(aus: Dieter Thomae, "Gottfried Helnwein - Wie Donald Duck", Lebenskunst und Lebenslust- Ein Lesebuch vom guten Leben, Verlag C.H. Beck, Beck'sche Reihe, 1996)
"Wir sind Gottfried Helnwein zu großem Dank verpflichtet, dass er die erste bedeutende Ausstellung von Barks' Kunstwerken und den damit verbundenen Katalog ermöglicht hat. Gottfried Helnwein, selbst ein anerkannter Künstler, hat der Kunstwelt mit diesem Projekt einen großen Dienst erwiesen, indem er über 200 Arbeiten des Künstlers für dieses wirklich bedeutsame Ereignis zusammengestellt hat."
Roy Disney
"Dino Buzatti hat einmal geschrieben, die menschlichen Enten des Carl Barks böten für die Weltkunst ein so bedeutendes FigurenRepertoire wie die von Moliere, Goldoni, Balzac oder Dickens. Und für Gottfried Helnwein, der eine Ausstellung über Donald und seine Welt zusammengestellt hat, ist Barks der einzige bedeutende Künstler unseres Jahrhunderts neben Picasso. Der ästhetische und soziale Reichtum, den DonaldDuckLeserinnen und Leser in aller Welt schätzen und lieben, macht Donald zum Zentrum einer universalen, dynamischen Kunst-Welt. Aber in Deutschland ist er mehr; in der Bundesrepublik und in Österreich gibt es nur wenige Biographien, in denen er nicht eine fundamentale Bedeutung hat, eine Überlebensbedeutung, eine Fluchtbedeutung, eine Wahrheitsbedeutung."
Georg Seeßlen
(aus: Seeßlen, Georg: Mein Freund Donald Duck. In: Derrick und die Dorfmusikanten. Hamburg 1997.)
"Der einzige mensch, der es heutzutage noch versteht, ordentlich die welt zu besehen, ist Donald Duck. Aber der hat auch einen schwerreichen onkel, der ihn, obgleich ein geizkragen von rang, häufig auf reisen mitnimmt oder auf solche ausschickt, irgendwohin, meistens nach Inseln, um dort nach dem rechten zu sehen. Ich schätze daher den Donald Duck, trotz seiner bisweilen kaum entschuldbaren ungeschicktheit, sehr. Er ist der letzte, der mir von allen großen weltdetektiven geblieben ist."
H.C. Artmann
(aus: Artmann, H. C.: Grammatik der Rosen. Gesammelte Prosa. Hrsg. von Klaus Reichert. Band 2. Salzburg und Wien 1979, S. 104.)
"Donald Duck in den Cartoons wie die Unglücklichen in der Realität erhalten ihre Prügel, damit der Zuschauer sich an die eigenen gewöhnen kann."
Theodor W. Adorno
(Bereits in dem im politischen Exil entstandenen und 1947 erschienen Werk »Dialektik der Aufklärung« untersuchten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer die Wechselbeziehungen von Massenliteratur (Adorno; Horkheimer, S. 164.)
Carl Barks
copyright disney
Robert Crumb:
"The best comics combine both powerful images and strong narrative. Most cartoonists are stronger in one or the other. Many artists with technical ability are good image makers, basically illustrators. Other artists have minimal art skills, but are good storytellers, with an understanding of plot structure, character development and dialogue. It’s rare to find in one artist both of these elements combined with equal strength.
If you look at a comic page drawn by Jack Davis or at Wally Wood’s science fiction stuff, who cares about the narrative? But the artwork is wonderful, a true pleasure to the eye. What technique! With Charles Schulz or Jules Feiffer, it’s quite the opposite. The story’s great, but the artwork’s not much to look at. In comics there’s always this dichotomy.
As young boys, my brother Charles and I were already connoisseurs of comics. We were deeply into Carl Barks, one of the rare cartoonists to combine great art with great storytelling. We didn’t know his name since he wasn’t allowed to sign the work he did for Walt Disney’s Comics and Stories. We spoke of him as «the good artist.» Barks drew Donald Duck and Uncle Scrooge comics, which are outstanding as humanistic storytelling in the comic book medium."
The "R. Crumb Handbook", Robert Crumb and Peter Poplaski, MQ Publications, London, 2005
Andy Warhol 1985
77 cm x 109 cm
Anniversary Donald Duck
Silkscreen on canvas
Donald Duck ....und die Ente ist Mensch geworden
Das zeichnerische und poetische Werk von Carl Barks